Manchmal trifft man über Umwege, genau auf die Schatten, von denen man gar nicht wusste, dass diese einem überhaupt folgen.
Ich habe lange geglaubt, dass Begegnungen etwas mit Nähe zu tun haben. Mit Gesprächen. Mit Kontakt. Mit Absicht.
Mit dem, was man erklären kann. Mit dem, was einen Namen hat. Mit einem Anfang. Mit einem Ende. Mit etwas, dass sich einordnen lässt.
Heute weiß ich, dass stimmt nicht immer.
Es war kein Kontakt. Kein Kennenlernen. Kein Moment, den man festhalten oder einordnen konnte. Und trotzdem blieb etwas.
Eine Begegnung. Kurz. Alltäglich. Beinahe unsichtbar. Ein Hauch, fast nebensächlich.
Und doch hat sie etwas berührt, das zu lange still gewesen war. Aber wie hält man etwas an, für das es keinen Rahmen gibt?
Manchmal berührt man etwas in einem Menschen und geht weiter als wäre nichts gewesen.
Und vielleicht ist genau das die größte Wahrheit daran.
Vielleicht ist nicht jede Begegnung dafür da, um zu bleiben. Vielleicht sind manche dafür da, etwas in Bewegung zu bringen.